| Gedichte und Prosa
I.
Wenn Liebe, die am Urgrund meines Wesens lebt,
sich Bahn bricht, die ich nicht verstellen kann,
dann nehm ich, dass die Welt um mich sich einmal löst,
von allem was ich lieben kann entblößt, zum Leben an.
Weil, wenn durch sie ein Reifen süßen Feuers geht,
dann will ich, dass mein Geist sich diesem nährt,
dem ich verbrennend grenzenlos mich aufgetan
und dass die Wonne meines Geistes nicht erlischt.
Wenn sie in diesem eine Welt erblickt,
begreifen kann ich’s nicht, sie fasst nach mir,
doch bin ich herrlich wie ein Aug', das nach der Flamme fasst,
weil es dann göttlich, ganz, in dieser Flamme rast.
Und sich das Aug in mir vor seiner Seele schrickt.
Die sich und eine ganze Welt zum Scheiterhaufen schickt.

Boris Pfeiffer, 1986
Ich bin süchtig, nachts in den Straßen zu gehen,
im harten Nachtlicht, das den Dingen die Farben
vom Leib reißt -
die Bäume haben ein tieferes Grün, ein grelles,
ein verwundetes, tiefes Grün,
wie der Rand meiner Seele.
Umkreist von den Flossen der Nacht, die Straßen ab,
dem Hall meiner Schritte nach, unbedacht.
Wenn ich einmal falle in tiefen Schlaf;
ich hoffe, dass er mir genügt,
dass er sich nicht aus kleinen Mäulern Dunkelheit
und Lichtern zusammenfügt.
Wenn nur mein Leben nichts aufspart für dann,
dass ich mich bloß gebe ins Erinnerungslose,
und meine Seele verblüht ist.
Noch dringt es in mir auf Wiederkehr,
doch umgeben bin ich von Abschied,
von einer dunkelroten Rose auf immergrünem Trieb.
22.09.1991
Einer meiner ersten Versuche war eine Geschichte zum Thema
"Aus Fremden Freunde machen".

Die Geschichte habe ich nicht mehr; ich hatte meine einzige Kopie eingeschickt ...
dafür bekam ich diese Urkunde, die ich stolz behütete.
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